Hahnenkamm-rennen Kitzbühel

Wissenswertes rund um das Hahnekammrennen

  • Die Abkürzung „HKR“ heißt Hahnenkamm-Rennen .
  • Der Organisator des HKR seit den ersten Rennen 1931 ist der Kitzbüheler Ski Club .
  • Der Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.) als Skiverein besteht seit 1902 und präsentiert sich mit über 7.500 Mitgliedern als einer der ältesten, traditionsreichsten und erfolgreichsten Skiclubs Österreichs .
  • Das Hauptziel des K.S.C. ist die Förderung des Nachwuchssportes in den Sparten Ski- Alpin, Sprunglauf, Langlauf und Trendsport (ca. 150-160 Kinder und Schüler im Alter von 7 - 15 Jahren).
  • Die Spitzensportler des Kitzbüheler Ski Club konnten bislang genau 53 Medaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften erzielen.
  • Die Rennstrecken des Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennens heißen „Streif“ (Abfahrt) und „Ganslern“ (Slalom).
  • Diese berühmteste Abfahrtsrennstrecke der Welt beginnt in 1665 m Seehöhe am Hahnenkamm und endet nach 3.312 Metern auf 805 m Seehöhe auf der „Rasmusleitn“ in direkter Nähe der Stadt.
  • Die höchste Steilheit wird am Beginn der Mausefalle mit 85 % erreicht - die weitesten Sprünge in der Mausefalle mit 80 m gestanden und die Höchstgeschwindigkeiten in der Zielschußkompression mit über 140 km/h gefahren.
  • Auf Streif und Ganslern wurde nicht nur Sportgeschichte, sondern auch Skigeschichte geschrieben. So wurde zum Beispiel am 20. Jänner 1966 der alpine Skiweltcup des Internationalen Skiverbandes (FIS) auf der Seidlalm zum ersten Mal diskutiert.
  • KITZ-KIRI-SKI war der Name für die Feierlichkeiten zum 50. Hahnenkamm-Rennen im Jahre 1990 .
  • Das HKR mußte erst dreimal wegen Schneemangel abgesagt werden, und zwar im Jahre 1964, 1988 und 1993. 2005 fanden ein Super-G und der Slalom statt. 2007 war keine Abfahrt, dafür aber zwei Slaloms.
  • Im Sommer 1993 ist durch die Bergbahn AG Kitzbühel eine Beschneiungsanlage entlang der gesamten Rennstrecken errichtet worden, um weitere Rennen zu sichern.
  • Zur Abgrenzung der Abfahrt sind mehr als 10.000 m Zuschauerzäune, 2.000 m „G-Zäune (Gleitzäune, verschiedene Höhen, auf Spezialsicherheitsstangen), 1.300 m „A-Netz“ (Hochsicherheitsnetze), 4.000 m „B-Netz“ (Auffangzäune, 2 Meter hoch, auf Spezialsicherheitsstangen), 1.000m Willibags (verschiedene Grössen) und noch vieles mehr notwendig.
  • An den Renntagen sind mehr als 1500 Personen rund um den Hahnenkamm direkt und indirekt für die Veranstaltung tätig.

Warum heißt der Hahnenkamm "Hahnenkamm"

Halikampl anstatt Hahnenkamm

Wie der Kitzbüheler Hausberg zu seinem Namen gekommen ist, fragen sich viele immer wieder. Mit ein wenig Fantasie kann man sich vorstellen, dass der Hahnenkamm seinen Namen von der Ähnlichkeit mit dem Kamm eines Gockels hat. Immerhin der Stolz und kämpferische Charakter dieses Tieres entsprechen dem Stil des alpinen Skirennens. So fügt es sich bestens, dass der Berg diesen Namen trägt. Zur Namensgebung gibt es eine weitere Theorie. Das Wort „Hali“ wird auch mit der germanischen Wintersonnenwende in Zusammenhang gebracht. Schließlich ist auch an das althochdeutsche Adjektiv hâli =glatt, schlüpfrig zu denken: Halikampl – glatter, eisiger Bergkamm? *

Auch in den „Tiroler Heimatblätter“ (Heft 5) wurde vom Kitzbüheler J. Filzer der Frage nach der Namensgebung nachgegangen:

Halikampl anstatt Hahnenkamm

Südwestlich von dem Städtchen Kitzbühel (in alter Zeit immer mit dem Worte Stadt benannt) erhebt sich über Feld- und Weidegrund der Schattbergwald, darüber eine breite, gleichmäßige Felspartie, von Dolomitsandstein gebildet, und darüber läuft der Berg in eine pyramidenförmige Spitze aus, welche in den heutigen Reisebüchern und Karten als „Hahnenkamm“ bezeichnet wird. Im bäuerlichen Volksmund hat sich hingegen noch immer die alte Benennung „Halikampl“ erhalten. Dieser Name war den letztverflossenen Generationen, Einheimischen und Fremden, sowie den Kartenzeichnern und Topographen unverständlich geworden und so kam die Umbenennung in Hahnenkamm zustande. Wohl zu Liebe einer entfernten Ähnlichkeit oder weil dort oben im Frühjahr mitunter die Spielhähne im Falz stehen. Für die engere Ortschaft Kitzbühel ist die ganze Hahnenkammhöhe ein ausgesprochener Winterberg. Nicht so sehr die Gipfelerhebung, welche einen frühen Sonnenaufgang und auch nachher noch allen Vormittagsonnenschein genießt, vielmehr deren nördlicher Abhang gegen die Stadt zu, welcher im Dezember und Jänner nachmittags gänzlich im Schatten liegt und sich, wenn nicht beschneit oder bereift, im Dunkel feines Fichtenwaldes wiegt. Überhaupt macht sich die ganze Bergerhebung schon vor Martini bis tief über Lichtmeß für das Stadtgebiet durch ihre Sonnenverdeckung bemerkbar und noch weit in auf an den gegenüberliegenden Hang des Kitzbüheler Hornes verkürzt ihr Schattenkegel den Sonnenschein in tiefen Monaten um eine gute Stunde. Die Spitze des Hahnenkammes ist derzeit waldlos und dahinter erstrebt sich ein ausgedehntes, im Winter für den Schisport und im Sommer zur Beweidung von Alpvieh höchst geeignetes Hochgebiet. Daher agitiert man in Fremdenindustrie- und Sportreisen bereits für den Bau einer Schwebebahn von der Stadt hinauf zu einem zu errichtenden Gipfelhaus. Zur Belebung des Wintersportes, der in tiefem unteren Schattengebiet des Hahnenkammes so schon eine große Mannighaltigkeit aufweist, würde die Durchführung dieses Vorhabens unbedingt gewaltig beitragen.

Kurz erwähnt sei hier noch, dass die Felspartie unterhalb des Gipfels von altersher als „Gschöß“ benannt wird und dass die heutige Benennung für den vorliegenden Weidehang mit „Schattberg“ nicht mehr ursprünglich lautet, da sie von alters im Wortausdruck „Schapberg“ lautete, abgeleitet vom Grasschaben der Kühe, wonach auch an der gegenüberliegenden Sonnseite ein solcher Weidegrund in gleicher Weise mit „Schapperg“ benamst wurde. Gehen wir nun auf die Bedeutung des Wortes Halikampf ein. Wenig fremd mag uns das Nachwort Kampl erscheinen, wenn wir es mit dem üblichen Begriff eines Kammes, sei es ein Huhnkamm oder ein Bergkamm, vergleichen, wie es bereits geschehen ist. Doch gleicht der Hahnenkamm heute keinem Kamm, da er derzeit eine Spitze bildet. Das Wort Kampl wird im Volksmunde auch für den Haarkamm gebraucht und ist diese Benennung wohl sicher vom Vorbild eines Huhnkammes abgeleitet. Als dieser Gipfel noch bewaldet war, und das ist er seiner Höhenlage nach sicher gewesen, mochte er tatsächlich mit seinen Fichtengipfeln einem Hahnenkamme gleichen. Andres steht es aber mit seinem Vorwort „Hali“, welches unserer Zeit längst unverständlich geworden ist und seinen Ursprung wahrscheinlich in der Heidenzeit findet. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass die nähere Umgebung von Kitzbühel und St. Johann schon lange vor der Römerzeit nicht nur bewohnt, sondern auch in den günstigsten Geländen urbar gemacht und etwas kultiviert war. Die Tagschurferzbaue auf den Höhen der Kelchalpe, welche Herr Schernthaler erstlich durch belegte Funde nachwies, weisen auf sehr alte Siedlungsstätten hin, Und wo Menschen zur Metallgewinnung und –Verarbeitung geplanten, war immerhin schon einige Bodenkultur und Viehzucht betrieben. …tums, lag vorher wohl schon eine mindest 2000-jähr. Heidenzeit, wenn nicht mehr. Die rein germanischen Göttervorstellungen mögen in unserem Gebiet wohl nur noch ein paar Jahrhunderte vorherrschend oder mindest nebeneinanderlaufend gewesen sein. Denn nach der Besitzergreifung durch die Bajuwaren erfolgte alsbald auch der Einzug des Christentums, während vorher neben bereits einheimisch gewordenen Götteridolen sich auch römische Religionsvorstellungen eingebürgert haben mögen. Jedenfalls war ein verbreiteter, einheitlicher Kult in diesen Tälern nicht aufgekommen und mochten daher starke lokale Verschiedenheiten vorkommen. Ein religiöses Symbol mag dieses „Hali“ bedeutet haben; ob ein germanisches, stelle ich dahin. Für die nähere Umgebung Kitzbühels fiel dieser Halikampl mit dem niedersten Sonnenstand zusammen.

Auf einer am östlichen Abhang der Halikamplhöhe vorgelegenen Hügelkuppe war in früherer Zeit eine Gerichtsstätte bajuwarische „Malstätte“, gelegen und auf der gegenüberliegenden Talseite auf einem sehr hervorstechenden Hügel die Richtstätte. Unterhalb der Malstätte wird ein dortiger Bauernhof heute noch Malern genannt. Diese alte Urteilsstätte mag in ständigem Gebrauch gestanden sein, als die Grafschaftsrichter noch in St. Johann ihren ständigen Sitz hatten und die Stadt Kitzbühel überhaupt noch nicht angelegt war. Erst nach dieser Anlage wurde der Sitz des Gerichtes in die Stadt gelegt, es gab also bis nahezu 1200 hier nur einzeln festgelegte Gerichtstage. Bei besonderen Anlässen mögen auch nachher noch öffentliche Gerichtverhandlungen unter freiem Himmel auf vorher gebräuchlichen Urteilsstätten Stattgefunden haben. So hat sich tiefe Erinnerung bei den nachfolgenden Besitzern des Malerhofes erhalten. Die Richtstätte bei Grub stand als Galgenhügel hingegen vor gut 200 Jahren noch im Gebrauch.

Um Wege, nahe der alten Malstätte, steht noch eine gemauerte, kleine Kapelle, die vor ihrer letzten Renovierung ein sehr altertümliches Gepräge trug. Da führte auch der alte Saumweg über den Paß Thurn vorbei, der dann entlang dem Velbertal über den Einschnitt in die Tauernkette hinüber ins venetianische leitete. Vor hundert Jahren wußten in unserer Gegend die Leute noch viel von dem einstigen regen Handel mit den Venedigermandeln zu erzählen; heute ist auch diese Überlieferung bereits erloschen. Der alte Hoangartbrauch in den Bauernstuben, welcher die mündliche Überlieferung früherer Jahrhunderte wachhielt, gehört ebenfalls der Vergangenheit an; heute eilen die Bauernburschen und –mädel dafür ins Kino oder Theater, die bereits in jeder Gemeinde anzutreffen sind. So bleibt es Sache der „Heimatblätter“, diesen Wandel der Zeiten, wie er sich in scheinbar kleineren lokalen Ereignissen spiegelt, der Vergangenheit zu entreißen.

Von J. Filzer

 

Tiroler Heimatblätter     Leserbrief    Heft 6

Zu Namenkundliches in Heft 5: Bezüglich der variierenden Bezeichnung „Hahnenkamm“ im neueren Schriftgebrauch und dem älter scheinenden sprachlichen Volksausdruck „Halikampl“ schrieb mir Herr Oberfinanzrat Bichler jüngster Tage, dass er den hinter der Hahnenkammspitze südlich hinstehenden Berggrat schon in einer 200 Jahre alten Grenzbeschreibung zwischen Kitzbühel und Brixental als „Hendlkamm“ bezeichnet vorfand. Es wird etwas schwer zu entscheiden sein, ob die vorliegende Bergspitze, welche heute als Hahnenkamm bezeichnet wird, mit dem dahinter liegenden Berggrat, der diesen Grenzbezeichnungen als der Hendlkamm galt (heute Ehrenbachhöhe) identisch ist. Wortverwandtschaftlich scheint die Sache dadurch allerdings. Wie kam aber der Volksausruck vom leicht verständlichen Hendlkamm zum Halikampl? Oder setzt man schon damals im Schriftgebrauch ein verständlicheres Wort hierfür ein.

Von J. Filzer

 

Beim Durchlesen wird einiges klarer, den Halikampl oder heute Hahnenkamm gibt es schon sehr sehr lange. Also ein geschichtsträchtiger Berg, nicht nur für den Skirennsport.

Hier möchten wir uns bei Herrn OSR Wirtenberger bedanken, der immer wieder Artikel aus den Archiven erhebt und uns zur Verfügung stellt.

 

*Quelle: Dr. Alexander Bronisch: Hahnenkamm-Chronik eines Mythos.